Diplomatic Council und United Interim legen das Buch „Firmen-Fitness – So machen wir Unternehmen fit für die Zukunft“ vor: 14 Interim Manager leiten aus den Erfahrungen von 550 Führungskräften auf Zeit konkrete Handlungsempfehlungen ab (ISBN 978-3-98674-207-2)
München, 21. Oktober 2026 – Unternehmen geraten selten wegen „des Markts“ in Schieflage. Meist handeln sie zu spät, passen sich nicht an veränderte Märkte an und verlieren sich in ihrer eigenen Bürokratie. Das ist die Kernbotschaft des Buches „Firmen-Fitness – So machen wir Unternehmen fit für die Zukunft“ (ISBN 978-3-98674-207-2) von der Denkfabrik Diplomatic Council (DC) und United Interim, der größten Gemeinschaft für Interim Manager im deutschsprachigen Raum. 14 renommierte Interim Manager verbinden darin die Ergebnisse einer Umfrage unter 550 Interim Managern, des United Interim Wirtschaftsreports 2026/27, mit ihrem eigenen Praxiswissen.
„Interim Manager sind Seismographen der Wirtschaft. Sie erleben, wo es im Unternehmen bebt“, erklärt Herausgeber und Studienleiter Dr. Harald Schönfeld, Gründer und Geschäftsführer von United Interim. „Dieses Buch beantwortet nicht nur die Frage, was Unternehmen belastet. Es bündelt das Wissen darüber, was jetzt zu tun ist – von Menschen, die Veränderung im Unternehmen selbst verantworten.“ Die Befunde sind deutlich: 87 Prozent der Befragten nennen fehlende Marktanpassung als häufigen Grund für eine Schieflage, 86 Prozent zu spätes Handeln als häufigen Grund gescheiterter Sanierungen. 81 Prozent sehen die größten Produktivitätssprünge in besseren Abläufen, 97 Prozent erwarten, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Grundlage künftigen Wachstums bildet. Schönfelds Rat: „Nicht alles gleichzeitig lösen. Aber jetzt das Entscheidende anpacken.“
Bürokratie zuerst im eigenen Haus abbauen
82 Prozent der Befragten halten die Überbürokratisierung für das größte Übel des Mittelstands. „Wir beschäftigen Menschen nicht mehr zur Wertschöpfung, sondern zur Regulierung der Wertschöpfung“, kritisiert Jane Enny van Lambalgen, Interim Managerin auf Geschäftsführungsebene. Zugleich mahnt sie: „Der Politik den Schwarzen Peter zuzuschieben, ersetzt keine Firmenstrategie.“ Mehrstufige Genehmigungen, doppelte Datenerfassung und endlose Abstimmungsschleifen hätten die Unternehmen selbst in der Hand. Ihr Fitnessprogramm reicht vom Entschlacken der Abläufe über schrittweise Automatisierung bis zu einer Personalpolitik, die den demografischen Wandel wie eine Restrukturierung steuert. „Mit Sparen allein gibt es für keine Firma eine Zukunft.“
Prozessdenken ist Führungsaufgabe
„Viele Unternehmen ersticken in Blindleistung, weil sie ihre betrieblichen Prozesse nicht im Griff haben“, sagt Dr. Andreas Vieweg, der in 25 Jahren operativer Führung vom Produktionsleiter bis zum COO aufgestiegen ist. „Schnellschüsse und unstrukturierte Arbeitsweise kosten die deutsche Industrie Milliarden.“ In einem dreijährigen Mandat in einem Betrieb mit 300 Beschäftigten beseitigte er Störgrößen in Montage und Materialfluss und löste drei abteilungseigene IT-Insellösungen ab – die Liefertreue stieg von 55 auf 93 Prozent. Sein Fazit: „Prozessdenken ist eine Führungsaufgabe.“
KI am Kundennutzen ausrichten
Eckhart Hilgenstock, Interim Manager für Vertrieb, Wachstum und digitale Transformation, sieht in der KI eine Grundlagentechnologie: 94 Prozent der Befragten erwarten durch sie neue Geschäftsmodelle. Die in der Umfrage genannte Produktivitätssteigerung von 20 bis 40 Prozent bei Analyse, Berichtswesen und Texterstellung hält er für „weit unterschätzt“. Volkswirtschaftlich sieht er ein Paradox: Höhere Produktivität bringt den Sozialstaat unter Druck, weil Renten- und Sozialkassen an der Lohnsumme hängen. Zugleich warnt er vor „Tool-Wahn ohne Kundenzentrierung“: 63 Prozent der Befragten erleben, dass die interne Hierarchie vor dem Kunden steht. „Die Leitfrage lautet: Was hat der Kunde davon?“
Die Baukrise als Weckruf
Für Klaus-Peter Stöppler, Board Advisor und Interim Manager in der Bauwirtschaft, ist die Baukrise eine Systemkrise: Früher hatte jede Baukrise einen Auslöser, heute wirken sechs Belastungen zugleich – von gestiegenen Baukosten über Regelwut und Fachkräftemangel bis zur Investitionsschwäche. „Die Bauwirtschaft darf nicht die nächste Autoindustrie werden“, warnt Stöppler: Am Bau stehen 2,6 Millionen Arbeitsplätze auf dem Spiel, in der Automobilindustrie 1,2 Millionen. Vom Staat fordert er digitale Bauämter mit verbindlichen Fristen, von den Unternehmen früheres Handeln, gezielte Digitalisierung und Industrialisierung: „Firmen-Fitness beginnt nicht in Berlin, sondern in jedem einzelnen Betrieb.“
Vierzehn Autoren, ein Trainingsplan
Neben Hilgenstock, van Lambalgen, Vieweg und Stöppler haben Ulvi I. Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Christian Jung, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Roland Streibich und Paul Stricker an dem Werk mitgewirkt. Das Vorwort stammt von Hang Nguyen, Generalsekretärin des Diplomatic Council. Bei aller Kritik bleibt der Ausblick zuversichtlich: 36 Prozent der Befragten erwarten, dass der Standort Deutschland bis 2030 die Schulnote 2 erreicht.
„Firmen-Fitness – So machen wir Unternehmen fit für die Zukunft. Interim Manager berichten aus der Praxis“, Hrsg. Dr. Harald Schönfeld, Reihe „Von Interim Managern lernen“, Diplomatic Council Publishing, 252 Seiten, Paperback 24,90 Euro, ISBN 978-3-98674-207-2; E-Book 14,99 Euro, ISBN 978-3-98674-208-9.
Über Diplomatic Council
Das Diplomatic Council (DC) ist eine globale Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Es verknüpft einen Think Tank, ein weltweites Wirtschaftsnetzwerk und eine gemeinnützige Stiftung in einer in dieser Form einzigartigen Organisation. Seine Mitglieder aus Diplomatie, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln Initiativen, veranstalten Diskussionsrunden, beraten internationale Gremien und veröffentlichen Bücher im eigenen Verlag DC Publishing. Weitere Informationen: www.diplomatic-council.org
Über United Interim
United Interim ist das erste digitale Ökosystem für professionelles Interim Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Plattform finden Unternehmen qualitätsgesicherte Interim Manager kostenfrei und schließen Projektverträge direkt und provisionsfrei mit ihnen ab. Gegründet wurde United Interim von Dr. Harald Schönfeld und Jürgen Becker, die die Fachbuchreihe „Von Interim Managern lernen“ herausgeben. Weitere Informationen: www.unitedinterim.com