Planet IE: Strategie-Expertin rät Firmen zu 10-Jahres-Weitblick

Strategie-Expertin rät Firmen zu 10-Jahres-Weitblick

Jane Enny van Lambalgen: „Die wichtigste Strategiefrage lautet nicht, was sich ändert, sondern was gleich bleibt. Kein Kunde wird sich in zehn Jahren eine unzuverlässigere Lieferung oder einen schlechteren Service wünschen.“

Frankfurt, 3. November 2026 – Künstliche Intelligenz, Zollkonflikte, geopolitische Krisen und brüchige Lieferketten: Der Mittelstand steht unter Dauerdruck, sich ständig neu auszurichten. Jane Enny van Lambalgen, CEO der Beratungsfirma Planet Industrial Excellence, warnt davor, im Krisenmodus die langfristige Strategie aus den Augen zu verlieren. „Wer nur auf die nächste Schlagzeile reagiert, wird getrieben statt zu führen“, sagt die Interim Managerin. Ihr Rat: Unternehmen sollten sich auf das besinnen, was für ihre Kunden wirklich zählt – und zwar über Jahre hinweg.

Die falsche Frage im Strategie-Workshop

In vielen Strategierunden dreht sich alles um den Wandel: Welche Technik kommt als Nächstes, welcher Markt bricht weg, welcher Zoll trifft uns? „Diese Fragen sind berechtigt, aber sie reichen nicht“, sagt Jane Enny van Lambalgen. „Viel ergiebiger ist die Gegenfrage: Was wird für unsere Kunden in zehn Jahren genauso wichtig sein wie heute? Darauf lässt sich eine Strategie bauen, denn diese Dinge sind stabil.“

Die Antwort fällt nach ihrer Erfahrung aus zahlreichen Einsätzen in Produktion, Supply Chain und Logistik erstaunlich einheitlich aus: Liefertreue, Termintreue, Verlässlichkeit, Qualität, guter Service, ein fairer Preis – und im Maschinen- und Anlagenbau schlicht eine Anlage, die läuft. „Kein Einkäufer wird je sagen: Liefert bitte etwas später, die Qualität darf ruhig schwanken, und der Service muss nicht erreichbar sein“, sagt die Expertin. „Was Kunden heute schätzen, schätzen sie auch in zehn Jahren. Das ist die eigentliche Konstante in einer unruhigen Welt.“

Erst die Kundenwerte, dann die Werkzeuge

Daraus leitet van Lambalgen eine klare Reihenfolge ab: zuerst die dauerhaften Kundenwünsche identifizieren, dann die Strategie darauf ausrichten und erst danach über Werkzeuge entscheiden. „KI ist ein mächtiges Hilfsmittel, aber kein Selbstzweck“, betont sie. „Die richtige Frage lautet nicht, wo wir überall KI einsetzen können, sondern wo KI uns hilft, pünktlicher zu liefern, Ausfälle vorherzusagen, Qualität zu sichern, Kundenanfragen schneller zu beantworten und natürlich auch Kosten zu senken, um das Preis-Leistungs-Verhältnis kontinuierlich zu verbessern.“ Wer so vorgehe, investiere gezielt statt modisch – und erkenne Projekte, die zwar beeindruckend wirken, dem Kunden aber nichts bringen.

Gleiches gelte für Digitalisierung, Automatisierung und neue Märkte. „Jede Investition sollte einen einfachen Test bestehen: Macht sie uns für den Kunden verlässlicher, besser oder preiswerter? Wenn nicht, gehört sie nicht an die Spitze der Prioritätenliste“, sagt die Managerin auf Zeit.

Resiliente Lieferketten als Kundenversprechen

Besonders deutlich wird der Gedanke für die Lieferketten-Expertin bei der Beschaffung. Zölle, Handelskonflikte und gesperrte Seewege seien keine Ausnahmen mehr, sondern wiederkehrende Belastungsproben. „Liefertreue ist das, was der Kunde kauft – Resilienz ist das, was sie ermöglicht“, bringt es Jane Enny van Lambalgen auf den Punkt. Dual Sourcing, Local Sourcing und der Abbau einseitiger Abhängigkeiten seien deshalb keine Kostenposition, sondern Teil des Leistungsversprechens. „Wer seine Lieferkette allein auf den niedrigsten Einkaufspreis trimmt, spart beim Einkauf und verliert beim Kunden.“

Auch bei der Internationalisierung empfiehlt sie den Blick vom Kunden aus: Fertigung und Service nah an den regionalen Märkten aufzubauen, verkürze Lieferzeiten, senke Zollrisiken und verbessere die Erreichbarkeit vor Ort. „Ein Kunde in Asien oder Amerika will dasselbe wie ein Kunde in Deutschland: eine pünktliche Lieferung und einen Ansprechpartner, der sich kümmert. Daran sollte sich die Standortstrategie ausrichten, nicht nur an kurzfristigen Kostenvorteilen.“

Langfristig denken, kurzfristig handeln

Langfristige Strategie heißt für van Lambalgen nicht Starrheit. „Das Ziel bleibt stabil, der Weg dorthin darf sich ändern“, erklärt sie. Unternehmen sollten ihre Kundenwerte als festen Kompass verstehen und Maßnahmen regelmäßig daran messen: Wie hat sich die Termintreue entwickelt, wie die Reklamationsquote, wie die Verfügbarkeit der ausgelieferten Anlagen? „Wer diese Kennzahlen konsequent verfolgt, merkt früh, wenn etwas aus dem Ruder läuft – lange bevor der Kunde abwandert.“

Ihr Fazit für Geschäftsführung und Beiräte im Mittelstand: „Die Welt wird sich in den nächsten zehn Jahren schneller drehen als in den vergangenen zehn. Gerade deshalb braucht jedes Unternehmen einen Fixpunkt. Der beste Fixpunkt ist der Kunde und das, was er dauerhaft von uns erwartet. Wer entlang dieser Leitplanke seine Strategie entwickelt, kann mit jedem Wandel besser umgehen als jeder, der nur dem Wandel hinterherläuft.“

Jane Enny van Lambalgen ist Founding Partner und Geschäftsführerin der Firma Planet Industrial Excellence sowie Mitglied bei United Interim, der führenden Community für Interim Manager im deutschsprachigen Raum, und im Diplomatic Council, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO). Für Unternehmen ist sie tätig als Interim Manager für Strategie, Operational Excellence, Turnaround, Supply Chain Management und Digital Transformation. Als Managerin auf Zeit übernimmt sie Positionen als CEO, Managing Director, COO, Delegierte des Verwaltungsrats, Aufsichtsrat und Beirat in der mittelständischen Wirtschaft. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind internationale Operations-Einsätze mit Fokus auf Produktion, Supply Chain und Logistik. Jane Enny van Lambalgen wurde sowohl 2025 als auch 2026 als „Top Interim Manager des Jahres“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen: www.planetie.ch und
www.diplomatic-council.org/vanlambalgen

Presseagentur: euromarcom public relations,
E-Mail: team@euromarcom.de, Web: www.euromarcom.de

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