Plansecur: Senkt Lockere Geldpolitik die Produktivität?

Veröffentlicht am: von euromarcom Team

Die wissenschaftliche Arbeit des Plansecur-Preisträgers Sebastian Doerr Ph.D. legt laut Prof. Dr. Binder nahe, dass die lockere Geldpolitik der EZB die Wirtschaft in der Euro-Zone schwächt

Kassel/Frankfurt, 27. November 2019 – Die Finanzberatungsgruppe Plansecur hat dem Jungwissenschaftler Sebastian Doerr Ph.D. den „Young Innovators Award 2019“ verliehen. Seine von Plansecur ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit über „Kreditsicherheiten, Kapitalreallokation und gesamtwirtschaftliche Produktivität“ ist von hoher Brisanz, weil sie nach Einschätzung von Prof. Michael Binder Ph.D., Gründungsdekan der Graduate School of Economics Finance and Management am House of Finance der Frankfurter Universität, einen direkten negativen Einfluss der von der Europäischen Zentralbank forcierten Politik des billigen Geldes auf die wirtschaftliche Produktivität in der Euro-Zone nahelegt. Vereinfacht ausgedrückt lautet diese Interpretation: Die Null- und Negativzinspolitik der EZB senkt die volkswirtschaftliche Leistung Europas deutlich.

Zwar bezieht sich die Forschungsarbeit „Collateral, Reallocation, and Aggregate Productivity: Evidence from the U.S. Housing Boom“ ausschließlich auf den US-Markt, aber nach Einschätzung von Prof. Michael Binder Ph.D. ist eine ähnliche Entwicklung auch in Europa zu sehen. Die wissenschaftliche Arbeit leitet die empirische Evidenz her, dass steigende Immobilienpreise sich – in quantitativ nicht vernachlässigbarer Form – negativ auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität auswirken.

Banken vergeben höhere Betriebsmittelkredite an Firmen, die Immobilien als Sicherheiten besitzen, als an Unternehmen ohne oder mit weniger Immobilienbesitz. Indes weisen Firmen mit Immobilien eine durchschnittliche niedrigere Produktivität auf als Firmen ohne Immobilien. Somit wachsen die weniger produktiven Unternehmen dank der Bankenkredite rascher als die produktiveren Unternehmen. Die Arbeit von Sebastian Doerr kommt dabei zu folgender Kausalität: Ein 10-prozentiger Anstieg des Immobilienvermögens senkt die Produktivität in einem Wirtschaftszweig um gut 0,6 Prozent. Steigende Immobilienpreise führen somit zwangsläufig zu einer Verlangsamung des Wachstums.

Plansecur-Geschäftsführer Johannes Sczepan erklärt: „Sebastian Doerr Ph.D. hat sich den Young Innovators Award mehr als verdient, weil seine wissenschaftliche Tätigkeit trotz seiner noch jungen Jahre schon heute wie Prof. Dr. Michael Binder darlegt einen unmittelbaren Beitrag zur Diskussion über die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beisteuert. Sie liefert wichtige Denkanstöße, wie der negativen Entwicklung der Produktivität auch in Europa entgegengewirkt werden kann.“