Er fehlt. Der zweite Haken fehlt.

Veröffentlicht am: von Erika Waibel

Heute möchte ich diesen Blog mit einer Wette füllen.

Ich wette, dass Sie, lieber Leser, und auch Sie, liebe Leserin, schon beim Überfliegen des Titels sofort wussten, um was es geht.

Ja genau. Es geht um WhatsApp Nachrichten.

Warum ein Haken? Nun, wir schreiben unserem Gegenüber eine Nachricht, die er heute oder morgen lesen kann, aber natürlich nicht muss. Wir sind entrüstet, wenn wir erkennen, dass sie zugestellt, aber nicht gelesen wurde. Wir sind tief enttäuscht und verletzt, wenn dann klar wird: Er oder sie hat die Nachricht gelesen, hat aber bisher einfach noch nicht geantwortet. Diese Gefühlswelt und ihre Schwankungen zugeben würden wir allerdings niemals. Uns der WhatsApp-Welt final zu verschließen ist nicht so unser Ding.

Über WhatsApp und die damit integrierte Überwachung der Kommunikation wurde schon genug berichtet. Dabei geht es nur auf der einen Seite um das Mithören, unsichere Daten auf ausländischen Servern und die Möglichkeit des Datenklaus. Auf der anderen Seite geht es um die Herrschaft über unser Kommunizieren. Dank WhatsApp können wir den „aktuellen Status“ unseres Gegenübers auf die Minute genau überwachen. Wer seine Privatsphäre schützt und keine Anzeige sendet, wann er das letzte Mal online war, der ist uns suspekt. Und so regiert eine App zumindest ein klein wenig über unser Miteinander sein.

Dieser Beitrag möchte nicht ein hehres Ziel verfolgen, wie etwa, dass wir in Zukunft nur noch telefonieren und den persönlichen Austausch suchen. Ganz im Gegenteil. Die Nutzung von WhatsApp ist sogar wichtig für uns. Wir müssen nur lernen, damit umzugehen. Mit dieser Bevormundung. Wir müssen lernen, damit klarzukommen, dass manchmal der zweite Haken fehlt.

Ich bin mir sicher, dass jeder weiß, von was ich spreche. So sicher, dass ich ums Recht mit Ihnen wette. Man kann schließlich nie wissen. Vielleicht schreibt hier einer tatsächlich ja auch noch SMS.