Die Wiederentdeckung der fünf Sinne

Veröffentlicht am: von Erika Waibel

Es mag an den sogenannten „neuen Medien“ liegen. Es mag an dem Unwillen liegen, die Bequemlichkeit im Schoss der Maschinen zu verlassen, um sich stattdessen dem Menschen zuzuwenden. Es mag viele Gründe haben und ist doch allzu auffällig: Der große Verlust des Verständnisses für den anderen. Einen guten PR-Berater erkennt man daran, dass er sie alle noch hat: Alle fünf Sinne für den Kunden, die genau dieses Verständnis ermöglichen, an dem es so oft mangelt. Denn nur so ist es möglich, eine durchdachte Pressearbeit leisten zu können, mit der der Kunde und Unternehmen am Ende erfolgreich sein können. Es gilt also, die fünf Sinne wiederzuentdecken:

Den Kunden sehen

Der erste Schritt für mehr Verständnis ist, den Kunden zu sehen. Wie wirkt mein Gegenüber auf mich? Wie verhält er sich? Fühlt er sich an einem Tisch mit mir wohl? Mit solchen Fragen wird Außenstehenden schnell klar: Dienstleistung ist noch immer nicht dienen, Dienstleistung ist eine Kunst. Jeder PR-Berater sollte in der Lage sein, Verhaltensweisen aufmerksam zu beobachten und für sich selbst optimal umzusetzen. Das kann zu großen Erfolgen führen – auf beiden Seiten.

Den Kunden hören

Sinne haben wir erhalten, um sie zu nutzen. Also ist die nächste Aufgabe, den Kunden zu hören, seine Bedürfnisse zu erkennen. Was ist ihm wichtig? Vielleicht weiß er selbst nicht ganz genau sich einzuordnen, umso wichtiger, dass ein PR-Berater ihm hier auf die Sprünge hilft und zwischen den Zeilen hört, was er sagt. Entscheidend ist, wie so oft, das Zuhören. Wenn der Berater nicht zuhört, wenn er nicht die Untertöne erkennt und auf sie reagiert, so wird er nicht hören was wichtig ist. Einfach gesagt: Wer nicht zuhört, verliert.

Den Kunden fühlen

Weiter geht es mit dem Tasten, dem fühlen. Niemand kann erahnen, was ein anderer denkt, wenn er nicht mit ihm spricht, nicht in der Lage ist, sich in ihn hineinzuversetzen, seine Bedürfnisse fühlt und bereit ist, diese umzusetzen. Es ist nicht die Aufforderung jeden Kunden von Kopf bis Fuß abzutasten. Es ist vielmehr das virtuelle „Abtasten“, das Erkennen von Wünschen – umgesetzt unter Umständen auch mal durch handfeste Aufgaben. Das heißt etwa, wenn der Kunde plant einen Baum zu pflanzen, auch einmal ohne Murren den Spaten zu schwingen.

Den Kunden riechen

Was nicht ganz appetitlich klingt zeigt: PR ist ein persönliches Geschäft. Es geht nicht, dass man in dieser Arbeit, die Vertrauen fordert und unbedingt braucht, Abneigung gegenüber stellt. Der Kunde muss sich seinem Berater gegenüber öffnen. Und das würde er nicht tun, wenn man sich nicht „riechen“ kann. Eine Bedingung, die für beide Seiten gilt. Mit Sympathie geht eben vieles leichter.

Den Kunden schmecken

Das „Schmecken“ kommt zum Schluss und steht stellvertretend für die Überprüfung der Erfolge. Denn diese müssen ihm schmecken, damit er auch weiterhin in seine PR-Berater investiert, ihnen vertraut und gemeinsam mit ihnen überzeugt handelt. Es ist die Zubereitung eines Gerichts mit vielen Komponenten, das für eine schmackhafte Arbeit steht.